Bei allerfeinstem Wetter machte ich mich mit der ersten Ankogelbahn auf den Weg nach oben. Die Damen machten eine separate Runde und stiegen schon an der Mittelstation aus.
Oben angekommen, lief ich direkt los. Wow! Was für eine Sicht war das heute. Kaum eine Wolke war am Himmel und es schien ein perfekter Tag zu werden. Es ging leicht nach unten, bevor der Weg schön am Hang entlang führte. Bestens markiert und einfach nur super zum Einlaufen war er.
Hinter mir kamen auch eine Menge weiterer Leute. Puh! Nach einer kurzen Weile ging es nach links weg in Richtung des Ankogels. Der Weg führte noch ein kleines Stück weiter, bevor es mehr und mehr durch Blockgestein ging. Bestens markiert ging es nach oben.
Da die Bergstation schon auf über 2.600m lag, merkte ich die dünne Luft schon deutlich. So ging ich langsam voran. Inzwischen waren wir eine Viererrunde, die sich auch bis zum Ende hielt. Stellenweise brauchte ich mal die Hände, aber im wesentlichen war es sehr gut zu laufen. Dann ging es über das erste kleine Schneefeld. Nach ein paar Minuten kam direkt das nächste.
Links von mir lagen die Reste des Lassacher Kees. Dann kam ich an den letzten Teil, bevor es auf den Grat ging. Es ging über ein Schneefeld bzw. Einen Teil des Lassacher Kesses. Stellenweise schimmerte das Eis durch. Der Schnee war aber gut zu laufen und ich wählte eine weniger steile Route. Nach ein paar Minuten stand ich am Grat zum Kleinen Ankogel.
Wir machten eine kleine Pause, bevor es nach oben ging. Der Grat war gut markiert, wenn auch viele Markierungen sehr schwach waren. Es ging viel über Geröll bzw. Blockgestein steil nach oben. Wirklich ausgesetzt waren wenige Stellen, aber es gibt auf beiden Seiten schon ordentlich nach unten. Die Luft wurde langsam dünner.
Wir gingen sehr gleichmäßig und erreichten den Kleinen Ankogel. Hier hieß es erst einmal durchschnaufen. Ich genoss die unglaubliche Aussicht und schaute etwas skeptisch nach oben. Mir erschloss sich nicht wie da ein Weg hochgehen sollte.
Wir liefen über den kurzen, schmalen Verbindungsgrat weiter. Dann führten uns die Markierungen in der Flanke des Ankogel nach oben. Oft waren es steile, sandige Abschnitte. Der Fels selbst war sehr griffig und optimal zum kraxeln und gehen.
Auch hier galt, dass wenige Abschnitte ausgesetzt waren. Aber es war halt weit oben und ging steil nach unten. Abrutschen war verboten! Es machte aber irre viel Spaß und lief auch super.
Nach einer ganzen Weile kamen wir an die Schlüsselstelle, kurz unter dem Gipfel. Man musste eine sehr ausgesetzte Stelle nehmen und etwas kraxeln. Ich empfand es als nicht wirklich wild und war auch schnell durch. Ich bewertete die Stelle für mich mit höchstens I+. Dann standen wir auch schon am Gipfelkreuz.
Es war einfach nur eine gigantische 360-Grad Rundumsicht. Der Wahnsinn! Ich sah das einst mächtige Kleinelendkees, welches heute noch gewaltige Dimensionen hatte. Dazu viele Seen und den Großglockner.
Nach einer ausgiebigen Rast ging es wieder abwärts. Wir folgten der Aufstiegsroute und kamen sehr zügig voran. Der Weg war wirklich gut zu laufen und die Schlüsselstelle, kurz unterhalb des Gipfels war runter wesentlich einfacher.
Wir erreichten den Kleinen Ankogel und gingen recht zügig weiter. Der Weg nach unten war sehr gut sichtbar und wir erreichten auch hier sehr schnell das Ende des Grats. Jetzt ging es kurz über das Schneefeld, welches auch ohne Hilfsmittel gut zu laufen war und dann auf dem Aufstiegsweg nach unten. Der Blick zurück war immer wieder herrlich!
Nachdem ich letztes Jahr bei wesentlich schlechteren Bedingungen gescheitert war, war ich sehr happy, dass es dieses Jahr klappte. Wir erreichten die Weggabelung in Richtung des Ankogels und ich traf auf Franziska und Nala. Diese hatten ihre Tour auch beendet.
Ich verabschiedete mich von meinen drei Mitstreitern und wir machten noch eine Pause. Dann ging es direkt zurück zur Bergbahn. Nala hatte aber noch einmal Spaß in einem Schneefeld. Mit der Bahn ging es dann nach unten.
Fazit: Durch die Bahn ist der Ankogel keine große Tour. Die Höhe sollte jedoch nicht unterschätzt werden. Und dass man sich im hochalpinen Bereich befindet. Bis zum Kleinen Ankogel ist es auch mit Kindern gut machbar, wenn diese entsprechend bergfit sind. Stöcke und Grödeln dabeizuhaben macht sicherlich Sinn, da es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Schneekontakt kommt bzw. man über ein Stück Gletscher geht. Für den Ankogel selbst sollte man kein Problem mit etwas Ausgesetztheit haben und fit sein. Es lohnt sich definitiv!
Dauer/Länge (inkl. Pausen):
4:57h /6,57km
Höchste Wegschwierigkeit :
T4
Aufstieg (Höhenmeter):
620m
Abstieg (Höhenmeter):
620m
Besonderheiten:
Kurz vor dem Gipfel kleine I+ Stelle
