Dem Drachen auf den Kopf gestiegen – Vorderer Drachenkopf

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Dem Drachen auf den Kopf gestiegen – Vorderer Drachenkopf

Nachdem es eher eine lausige Nacht war und das Gewitterrisiko heute Nachmittag auch nicht ohne war, kürzte ich die eigentliche Tour deutlich zusammen. Los ging es morgens an der Ehrwalder Almbahn. Ein kurzes Stück verlief es am Wasser entlang, bevor ich in Richtung Hoher Gang abbog. Der Weg war hier noch angenehm und es ging auch kurz über eine Lichtung, bevor es wieder in den Wald hinein lief.

Dann wurde aus dem Weg ein schöner Pfad durch den Wald. Dadurch war ich schon gut vor der Sonne geschützt, die trotz der frühen Uhrzeit durchaus kräftig war. Langsam zog es sich aufwärts und nahm auch dezent an Steilheit zu. Glücklicherweise waren die ganzen Wurzeln trocken. Bei Nässe wäre es deutlich unangenehmer gewesen.

Später verlief der Pfad dann sehr steil parallel zu einem Geröllfeld. Puh! Der Puls kam jetzt gut nach oben und ich merkte deutlich, dass ich nicht fit war. Am Ende angekommen, ergaben sich die ersten grandiosen Aussichten auf das Zugspitzmassiv. Herrlich! Von hier an nahm der Steig auch einen deutlich alpineren Charakter an und es gab einige Seilversicherungen. Ich hatte zwar einen Helm dabei, aber setzte ich nicht auf. Als dann der eine oder andere Stein von oben kam, überlegte ich allerdings schon kurz.

Nach einer ganzen Weile endete der Steig und es wurde ein schöner Pfad daraus. Nach unten hin sah ich die Seebenalm. Nach wenigen Minuten kam ich kurz vor dem Seebensee auf den Normalweg und stand auch gleich am See. Wow! Die Farben waren ein Traum heute. Links von mir die Tajaköpfe und rechts die Sonnenspitze. Eigentlich waren das auch tolle Ziele, aber nicht heute.

Ich umlief den See, kam auf eine Wiesenfläche und kurz danach an den Aufstieg zur Coburger Hütte. Diese thronte ein ganzen Stück über mir. In vielen, schweißtreibenden Kehren ging es aufwärts. Als ich an der Hütte ankam, sah ich den tollen Drachensee und war erst einmal kräftig am Schnaufen. Ich gönnte mir eine erste längere Pause, bevor ich hinter der Hütte weiterlief.

Statt des direkten Weges nach rechts weg, lief ich vor dem Bergmassiv nach links durchs Schotterfeld und rastete noch einmal oberhalb des Sees. Der Blick und die Ruhe waren ein Traum. Dann ging es zurück auf den Hauptweg zum Drachenkopf. Nach wenigen Minuten bog ich nach links ab. Vorbei an weidenden Schafen und über ein erstes, kleines Schneefeld lief ich nach oben. Die Sonne brannte einfach herunter. Zum Glück wehte auch ein angenehmer Wind.

Jetzt hatte ich zwei Möglichkeiten. Direkt nach oben, am Rand des Geröllfeldes oder in schönen Serpentinen durch ein anderes Geröllfeld. Ich wählte den entspannteren Weg und kam oben an. Hier ging es über ein kleines, doofes, steiles Stück Schnee. Da mein Kopf heute nicht besonders fit war, stieg ich wieder ein paar Meter ab, querte das Geröll und stieg über das Geröll nach oben auf. So kam ich wieder auf dem Weg an und umlief den Schnee.

Danke der ganzen Markierungen war die Wegfindung durch die Wand auf den Grat nicht weiter wild. Ab hier ging auch die Kraxelei los. Jetzt ging es über den Rücken des Drachen nach oben. Es war super markiert, aber sehr viel Schotter auf dem Weg. Es hieß schon aufzupassen und nichts loszutreten. Dann kam ich am Gipfelkreuz an und es war einfach ein gigantischer 360 Grad Rundumblick. Ich machte eine ausgiebige Pause.

Der Abstieg verlief bis zur kleinen Wand ohne Probleme. Wegen des Gerölls musste ich aber schon sehr aufpassen. Die Ausgesetztheit hielt sich zum Glück in Grenzen. Nun ging es direkt nach rechts weg über den Weg nach unten und recht zügig weiter zur Coburger Hütte. Das Gewitter rückte näher oder zumindest wurden die Wolken dunkler.

Nach einer ausgiebigen Pause, an der inzwischen sehr gut gefüllten Coburger Hütte, lief ich wieder über den Normalweg nach unten und am See vorbei zur Seebenalm. Hier merkte ich, dass der Akku wirklich leer war und machte wieder eine Pause, diesmal mit etwas zu Essen. Es zog weiter zu und ich machte mich an den Endspurt.

Über den Normalweg lief ich eine ganze Weile, bevor es nach links in den Immensteig ging. Dieser verlief am Anfang entspannt durch den Wald, bevor ich ein Tor passieren musste und ab hier wurde es deutlich steiler. Immer wieder kamen auch versicherte Passagen. Bei Nässe wäre es sehr unangenehm geworden! Am Ende kam ich noch an einem tollen Wasserfall vorbei.

Der Weg lief im Wald aus, bevor er zwischen Wiesen hindurch zurück auf den Hauptweg führte und ich wieder am Auto stand. Ich war auch durch für den Tag und merkte meine Erkältung.

Fazit: Eine wahnsinnig schöne Runde, die mit den beiden Seen, der Hütte und der leichteren Genusskraxelei einfach nur Spaß macht! Man kann die beiden Steige auch weglassen und die Tour dadurch etwas vereinfachen. Einen Helm würde ich auf jeden Fall mitnehmen! Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sollten definitiv auch vorhanden sein. Tolle Runde!

Dauer/Länge (inkl. Pausen):

8:24h /17,8km

Höchste Wegschwierigkeit :

T4

Aufstieg (Höhenmeter):

1.450m

Abstieg (Höhenmeter):

1.450m

Besonderheiten:

UIAA I am Drachenkopf