Entschenjagd am Neujahrstag – los geht’s!

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Entschenjagd am Neujahrstag – los geht’s!

Nachdem das letzte Bergjahr wunderschön war und für heute wirklich gutes Wetter angesagt war, überlegte ich mir einen schönen Gipfel zum Start zu nehmen. Gestern sah ich von unten den Entschenkopf und dass der Grat gefühlt schneefrei war.

Also startete ich heute gegen 7:30 Uhr in Reichenbach in Richtung meines Abenteuers. Nicht ganz so überraschend war ich ganz alleine. Leider war es wirklich eins! Es ging gleich vom Parkplatz an bergauf über eine Asphaltstraße. Morgens war es noch recht frisch, aber man merkte schon die warme Luft der letzten Tage. Nach ein paar hundert Metern bog ich nach links in den Tobelweg ein. Dieser war der schönere Weg in Richtung der Gaisalpe. Der Tobel führte auch ordentlich Wasser. Der Weg ging am Anfang steil und breit bergauf, bevor er etwas schmaler wurde. Dann ging es über zwei eiserne Stege nach oben, ein paar Stufen und schon war ich durch. Nun noch zwei, drei Kurven und ich stand an der Gaisalpe. Diese umrundete ich und ging in Richtung des Zielgipfels.

Die Ausblicke in der Morgenstimmung waren fantastisch. Die Berge am Horizont wurden von der Sonne angestrahlt und leuchteten. Darüber der hellblaue Himmel und ein zartes rosa. Einfach wunderschön. Als ich in die andere Richtung blickte, sah ich die vier Gipfel vor mir. Ich wollte heute allerdings nur den linken machen. Nebelhorn, Gaisalphorn und Rubihorn standen nicht auf der Liste. Ich ging auf der Wiese weiter bergauf, bevor der Weg in ein Waldstück abbog. Hier ging es wieder steil über viele Wurzeln nach oben. Am Ende angekommen hatte ich das Glück drei
Gämse zu sehen. Diese waren noch recht entspannt und ließen sich Zeit beim wegspringen.

Nun ging es steil nach oben in Richtung der Rubi-Hütte. Der Weg führte mich über eine Wiese, die zum Glück nicht zu nass war. Da es hier einen eingelaufenen Pfad gab, war es nicht weiter schwer den Weg nach oben zu finden. An der Hütte angekommen war ich inzwischen auf 1.500m, was aber auch hieß, dass es noch über 500 Höhenmeter bis zum Ziel waren. Puh! Bis hierhin kam ich mir auch mehr wie im Frühling, als im Winter vor. Alles grün! Aber der Blick nach oben zu den Bergen versprach noch etwas mehr Schnee.

Nun nahm ich noch den letzten Aufschwung über eine Wiese bzw. ein Stück Wald, bevor ich an der Kreuzung in Richtung Schnippenkopf und Entschenkopf stand. Mein Ziel lag im Schatten und die andere Seite in der Sonne. Doof war das! Also ging ich kurz relativ flach in Richtung des Grats auf den Entschenkopf. Und plötzlich flitzte noch eine Herde Gämse vor mir lang. Die Belohnung für das frühe Aufstehen!

Der erste Teil des Grats lag gut im Schnee. Aber da Spuren da waren, war er auch entspannt zu gehen. Der nächste Teil zwischen den Latschen war größtenteils schneefrei und auch recht schnell erledigt. Dann kam der Geröllteil. Dieser war ebenfalls kaum mit Schnee bedeckt und so kam ich zügig an die Schlüsselstelle, die Kraxelstelle. Normalerweise war diese bisher kein Thema. Aber nun war  Schnee drin. Also startete ich mit dem Kraxeln. Die ersten Meter waren auch kein Thema. Dann kam ich an den Schnee, weil mir die anderen Routen zu steil und glitschig erschienen. Die ersten Meter waren auch gut zu machen, doch dann rutsche ich leider ganz doof ab. Zum Glück fing ich mich ab, denn es hätte sonst böse enden können. Oben angekommen musste ich dann erst einmal durch schnaufen und Wunden lecken. Oh man! Was war das für ein Jahresauftakt.

Mit etwas wackligeren Beinen ging ich weiter nach oben. Der Weg war größtenteils gut sichtbar und frei. Da ich ihn kannte, hatte ich eine gute Orientierung. Dann ging es noch durch zwei Schneefelder, die aber durch die Spuren kein Problem waren. Oben am Gipfel angekommen, musste ich mich erst einmal setzen. Die Ausblicke waren gigantisch, aber ich brauchte eine Weile, um sie zu genießen. Die Sonne tat so gut! Ich schaute auf den Grat in Richtung der Gaisalpseen und überlegte was ich machen sollte. Er war ziemlich verschneit und in Kombination mit der Sonne und damit weicheren Schnee, entschied ich mich den Weg zurück zu nehmen. Das hieß, dass ich wieder die Kletterstelle nehmen musste. Mir schien es aber im Gesamtkontext das Sinnvollste zu sein.

Noch oben auf dem Grat kam mir ein Paar entgegen, welches auf dem Schnippenkopf übernachtet hatte. Geile Aktion! Diese sind anders geklettert, so dass ich eine theoretische Alternative hatte. Sie wollten über den Grat weiter, kamen aber später auch wieder auf dem identischen Weg zurück. Der Grat war heute einfach zu gefährlich. Ich ging ganz vorsichtig und langsam zurück zur Schlüsselstelle. Hier angekommen mühten sich gerade zwei Herren hindurch. Diese bogen im Schnee anders ab, nicht einfacher und kamen zum Glück heile durch. Ich wusste echt nicht was ich machen sollte und war heilfroh, dass das Paar wieder diesen Weg nahm. Ich schloss mich ihnen an und wir gingen etwas außen herum und es war fast schneefrei. Oh man! Den Weg hätte ich auch hoch nehmen können. Ich bedankte mich für das Mitnehmen und machte eine Pause!

Danach ging es an den Abstieg durch das Geröllfeld. Inzwischen war die Sonne um die Ecke gekommen und es war sehr angenehm. An den Latschen angekommen lief ich hier recht zügig durch und auch der letztes Teil des Grats, noch mitten im Schnee war kein Problem. Hier waren gute Spuren zu sehen.

Dann bog ich wieder in Richtung der Gaisalpe ab und ging den Hinweg nach unten. An der Alpe angekommen, gab es erst einmal etwas zu essen, bevor ich durch den Tobelweg zurück zum Auto wanderte.

Fazit: Eine tolle Neujahrstour, bis auf die Kletterstelle. Ich kann die Tour im Winter daher nur bedingt empfehlen. Der Gipfel an sich ist wirklich schön und ich war auch ganz alleine oben. Natur pur! Aber er ist von beiden Seiten, auch im Sommer nicht ganz einfach zu erwandern. Happy New Year!

Dauer/Länge (inkl. Pausen):

6:34h / 10,2km

Höchste Wegschwierigkeit :

T4

Aufstieg (Höhenmeter):

1.160m

Abstieg (Höhenmeter):

1.160m

Besonderheiten: