Hammer, spitzen Tour ins Gipfelmeer – Walser Hammerspitze über den Genussgrat

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Hammer, spitzen Tour ins Gipfelmeer – Walser Hammerspitze über den Genussgrat

Bei bestem Bergwetter ging es heute in das wunderschöne Kleinwalsertal. Die Mädels machten einen faulen Hoftag und ich fuhr mit der ersten Bahn auf die Kanzelwand. An der Bergstation angekommen erwartete mich eine Fernsicht, die einfach gigantisch war. Ich lief direkt in Richtung des Kanzelwand-Gipfels.

Erst ein Stück über einen breiten Schotterweg und dann unterhalb vom Gipfel versichert über einen steinigen Weg nach oben. Hier war auch der Einstieg zum kleinen Klettersteig an der Kanzelwand. Dann kam ich am Sattel an, an welchem es nach links auf den Gipfel an das Kreuz ging und geradeaus in Richtung der Fiderepasshütte. Mein erstes Ziel war aber die Walser Hammerspitze.

Also ging ich nach rechts weiter auf einem schmalen Weg um einen Felsen herum. Hier war es direkt etwas ausgesetzt. Danach ein paar ganz kleine Serpentinen bergab und ich war auf dem Gratweg. Dann sah ich dass von links auch ein entspannter Einstieg möglich gewesen wäre. Vom Hauptweg ging ein Weg auf den Grat ab. Die ersten Meter waren ein normaler Weg, bevor es kurz durch eine kleine Rinne aufwärts ging.

Es war alles gut gestuft und ich brauchte auch keine Hände. Der Weg war klar vorgezeichnet und sehr gut zu laufen. Es war aber trotz allem ein alpiner Grat und dies sollte ich nicht vergessen! Stellenweise ging es durch Latschen hindurch, die ab und an auch doof auf den Weg hingen. Gerade, wenn es eine ausgesetzte Stelle war. Es ging bisher auch angenehm nach unten und nicht aufwärts. Ab und an lag in abwärts gerichteten Stellen etwas zu viel Schotter für meinen Geschmack.

Dann kam ich an einem der „Notausstiege“ an eine Stelle mit einem hohem Stein und einem kleinen Kreuz darauf. Ab hier begann es langsam aufwärts zu gehen. Es lief wirklich gut und ich kam zügig voran. Dann stand ich vor einem Fels und überlegte, ob ich links oder rechts vorbei gehen sollte. Ich entschied mich falsch, merkte dies aber recht zügig, so dass ich umkehrte und an der anderen Seite vorbei ging. Auch hier war es letztendlich nicht weiter wild.

Nun kamen zwei, drei Stellen, die etwas mehr ausgesetzt waren und an denen ich achtsamer ging. Und dann kam die nächste Entscheidungsstelle. Hmm… ich wählte wieder falsch. Außen herum sah es nach einem Weg aus, aber ich musste dann doch oben drüber und hier war ein perfekter Weg vorhanden. Ein bisschen weiter und es kam ein Weg von unten hoch, ab dem dann auch Markierungen vorhanden waren. Vorher waren es immer mal wieder Steinmännchen, die den Weg aufzeigten. Der Rest war entspanntes, felsiges bergauf laufen.

Am Kreuz angekommen wusste ich gar nicht wo ich hinschauen sollte. Wahnsinn! Eine Sicht war das heute! Ein Meer aus Gipfeln lag vor mir! Nachdem ich etwas darüber nachgedacht hatte noch die Hochgehrenspitze zu machen, ließ ich es aber. Der Kopf war nicht frei genug und alleine wollte ich nicht. Also machte ich mich nach der Genusspause an den Abstieg.

Es ging steil und mit viel Schotter bergab. Wobei es immer wieder flachere Abschnitte gab. Es hieß sich aber voll zu konzentrieren, da es doof gewesen wäre hier wegzurutschen. Unten an der Wannenalpe bog ich nach links in Richtung der Fiderepasshütte ab. Seit meinem Aufbruch auf den Grat hatte ich niemanden mehr gesehen. Wahnsinn, es war einfach nur die Natur da! Das tat so gut!

Der Weg lief viel durch Latschen und tendenziell aufwärts. Links von mir war das Massiv der Hammerspitzen, vor mir der Mindelheimer Klettersteig und am Ende noch das Kemptner Köpfle. Egal wo ich hinschaute war es beeindruckend. Der letzte Abschnitt des Weges zog sich am Hang entlang, bevor ich nach links über Serpentinen aufwärts in Richtung der Hütte ging. Hier angekommen machte ich eine Pause und aß einen leckeren Kuchen. Es war schon ein wenig etwas los und einige brachen gerade in Richtung des Mindelheimer Klettersteigs auf.

Dann ging ich weiter und es ging durch die Wiese über mehrere Kehren abwärts, bevor es etwas ausgesetzt am Hang weiterging und mit Serpentinen voller Schotter abwärts. Nachdem ich die Fiderescharte hinter mir gelassen hatte, ging es am Warmatsgundbach weiter. Es war entspannt zu laufen und ich kam auch hier wieder gut voran. Inzwischen war es aber ordentlich warm geworden.

Kurz nach der nicht bewirtschafteten Alpe ging es nach links weiter und am Hang entlang. Nach einer Weile kam ich an die Stelle, an welcher letztes Jahr ein Abgang den Weg zerstört hatte. Er war aber wiederhergestellt. Dann kam eine kurze seilversicherte Stelle. Der Ausblick war weiterhin super! Ob auf die Berge, bis zum Nebelhorn und dem Hindelanger Klettersteig oder in das Warmatsgundtal. Wow!

Nun wurde es deutlich zugewachsener und ich blieb immer wieder mit meinen Stöcken am Rucksack hängen. An der Abzweigung ging es nach links weiter und ich machte mich langsam an den Endspurt. Nun ging es in Richtung der Kanzelwand nach oben. Es war sonnig und steil und nur ab und an gab es flachere Abschnitte. Puh, jetzt kam ich noch einmal ordentlich ins schwitzen. Ich kämpfte mich nach oben. Kurz unterhalb des Grats zur Hammerspitze, schüttelte ich nur den Kopf. Es kletterte gerade eine Gruppe über den Einstieg, statt den Weg zu nehmen und sie sahen nicht wirklich sicher aus. Puh!

Ich machte noch kurz einen Abstecher an das Gipfelkreuz der Kanzelwand, bevor es den restlichen Weg zur Bergbahn weiter ging. Dann hatte ich eine wunderschöne Tour geschafft und fuhr mit der Bahn abwärts.

Fazit: Wer trittsicher und schwindelfrei ist, kann hier eine tolle Grattour machen. Bei schönem Wetter ist die Aussicht der Wahnsinn! Bei Nässe ist der Grat mit Vorsicht zu genießen. Sie eignet sich für einen schnelle Runde (3,5-4h) und ist damit auch zwischendurch machbar. Für Kids, wenn diese entsprechend fit sind, auch geeignet!

Dauer/Länge (inkl. Pausen):

4:17h / 10,4km

Höchste Wegschwierigkeit :

T3

Aufstieg (Höhenmeter):

1.000m

Abstieg (Höhenmeter):

1.000m

Besonderheiten:

Alpiner Grat – Trittsicherheit & Schwindelfreiheit!