Da es zwar nicht mehr so früh am Tag war, aber noch zu früh zum nur rumhängen fragte ich Martin, ob er Lust hat noch den Hausgipfel der Hütte zu machen.
Wir erleichterten kurz unsere Rucksäcke und gingen los. Hinter der Hütte ging es direkt leicht aufwärts über eine kleinen Hügel, der noch schön grün war. Danach wurde es aber immer felsiger, gerölliger. Der Weg war super markiert, so dass wir uns nicht verlaufen konnten. Hinter uns machte sich noch eine Gruppe auf den Weg. Der Weg durch das Steinmeer war entspannt zu laufen, doch mehr und mehr lief man über größere Steine, als dass es ein Weg war. Dann kamen wir am Fuß des Geröllfelds an.
Wow! Das hatte es von der Steilheit her schon in sich. Der Weg war aber sehr gut eingelaufen. Wir waren beide froh über unsere Stöcke. Hierdurch kamen wir gut voran. Die Gruppe hinter uns hatte inzwischen auch den Fuß des Felds erreicht. Im Laufe des Aufstiegs schob sich ein Herr dieser Gruppe zwischen uns. Martin war vorneweg und ich hintendran. Deutlich weiter unten kamen die anderen drei. Und dann löste sich plötzlich ein ziemlich großer Stein und schoss nach unten. Wir waren alle sehr froh, dass er wenige Meter neben der Gruppe vorbei bollerte und sich dann in viele kleine Steine zerteilte. Das war knapp!
Oben auf dem Sattel angekommen schnauften wir kurz durch und liefen nach links weiter. Hier kam ein kurzes Stück relativ normaler Weg, bevor es im Fels aufwärts ging. Hier benutzte ich auch immer wieder mal meine Hände. Dann kam die erste Seilstelle, die eine Rinne entschärfte. Diese geschafft, ging es weiter aufwärts. Der Weg war gut sichtbar, aber voller Geröll. Es hieß also jeden Tritt gut zu setzen.
Nach einer kurzen Kraxelei kam die zweite Seilstelle, welche die letzten Platten im Anstieg entschärfte. Oben angekommen war es einfach nur ein Wahnsinn! Der „Felsriegel“ der Wolfebnerspitzen war schon sehr beeindruckend und auch sonst, die Rundumsicht! Wir machten eine Pause und genossen die Aussicht. Die andere Gruppe war inzwischen auch am Gipfel angelangt.
Nachdem die Gruppe wieder ein deutliches Stück abgestiegen war, liefen wir auch los bzw. kraxelten abwärts. Auch hier galt es sich wieder gut zu konzentrieren. Am Sattel angekommen, warteten wir noch bis unsere Vorläufer ein deutliches Stück weiter unten waren und gingen langsam durch das sehr steile Geröllfeld nach unten. Beim weiteren Weg durch das Schuttfeld sahen wir noch die letzten Kletterer in der Wand der Wolfebnerspitze hängen. Der Rest des Weges war relativ entspannt.
An der Hütte angekommen, gab es erst einmal ein kühles Getränk!
Fazit: Eine sehr schöne, kleine, lohnenswerte Tour! Aber das Geröllfeld und die Intensität sollten nicht unterschätzt werden. Durch die Seile sind die zwei Schlüsselstellen entschärft und wahrscheinlich eher eine I. Wer absolut trittsicher ist und sich auch in Geröll sicher bewegt wird hier Spaß haben! Ach ja, schwindelfrei sollte man auch sein!
Dauer/Länge (inkl. Pausen):
1:49h / 2,38km
Höchste Wegschwierigkeit :
T5
Aufstieg (Höhenmeter):
370m
Abstieg (Höhenmeter):
370m
Besonderheiten:
Sehr steiles Geröllfeld und Klettern I bis II-
