Heute kam es zu einem schnellen, schönen Wiedersehen nach dem Berliner Höhenweg. Gemeinsam mit Alisa startete ich früh am Morgen am Parkplatz in Kaisers. Bis zu Alpe Kaisers ging es gemütlich, sanft nach oben über einen breiten Fahrweg. Klar waren die vergangenen Tage auf dem Höhenweg eins der vielen Gesprächsthemen.
Es war noch morgendlich frisch und gut bewölkt. Die Wetterprognose sagte eigentlich anständiges Wetter voraus. An der Alpe bogen wir nach links auf den Fahrweg ab, der uns weiter nach hinten ins Tal führte. Dann wurde es ein Pfad, der sehr matschig war. Es ging stetig bergauf. Die Landschaft um uns herum war ein Traum.
So ging es bestens markiert weiter und wir kamen auf einer Hochebene an, von der aus es weiter auf die nächste ging. Dann mussten wir durch ein Geröllfeld aufsteigen und erreichten das Kälberlahnzugjoch. Es zog langsam weiter zu. Eigentlich hatte ich eher Sonne erwartet.
Vor uns lag ein Geröllfeld und wir sahen das erste Tagesziel, die Holzgauer Wetterspitze. Wir stiegen vom Joch ab, während uns mehrere Gruppen von der Simms-Hütte entgegenkamen. An der Weggabelung gingen wir direkt weiter in den Aufstieg zum Gipfelgrat. Es zog mehr zu und graupelte ganz leicht. Es sah aber so aus, dass es schnell vorbeizog.
Wir waren schon fast am Grat oben, als es richtig zuzog uns deutlich stärkeren Graupel gab. So entschieden wir uns aus Vorsichtsgründen anzubrechen und stiegen zügig zur Weggabelung ab. Hier zogen wir die Regenjacken an und stiegen auf in Richtung Joch. Auf halben Weg klarte es dann auf und auf dem Gipfel der Wetterspitze war es leicht weiß.
Wir stiegen zum Joch auf und folgten dann dem oberen Weg in Richtung des Kaiserjochauses. Dieser zog sich schön am Hang entlang nach oben. Die Nässe war hier und da etwas doof. Wir liefen quasi einmal um das Massiv der Feuerspitze herum zum Stierlahnzugjoch. Hier führte eine sehr feuchte, steile, seilversicherte Rinne nach unten.
Da wir diese wieder hätten hochgehen müssen und nicht wussten wie es auf dem Gipfel aussah, ließen wir es und gingen ein Stück zurück. Wir nahmen den Notabstieg in Richtung Kaisers, der an sich einfach ein markierter Weg war und kamen wenig später wieder auf den normalen Weg. Jetzt bogen wir in Richtung des Klämmles ab.
Der Weg dahin war sehr kraxelig und machte richtig Spaß. Dann standen wir am Einstieg der Rinne. Diese war eine herrliche Kraxelei. Sie war komplett mit Seilen versichert, die man bei Trockenheit nicht wirklich brauchte. Oben angekommen ging es weiter nach aufwärts.
Jetzt liefen wir über einen sehr schönen Hangweg einen Kessel aus. Unter uns war ein türkisfarbend leuchtender See zu sehen. Der Weg selbst war immer wieder durch Murenabgänge unterbrochen, aber trotz der Feuchtigkeit gut zu gehen. Wir erreichten das Ende, an dem es kurz seilversichert nach oben ging und der Weg auf der anderen Seite des Bergmassivs weiter führte.
Auch hier ging es wieder schön am Hang entlang mit Blick auf den Arlberg. Dann rutschte ich einmal doof weg, fing mich aber zum Glück wieder. Das hätte schmerzhaft werden können. Jetzt wurde der Weg richtig interessant. Es ging durch sehr viele geröllige Hänge, meistens ohne Sicherung. Die Tritte und Griffe waren sehr gut und es bereitete uns keine Probleme. Bei Nässe wäre es sehr unangenehm geworden.
Am Ende kamen wir auf einen Grasweg, der uns in ein paar Kehren nach oben auf ein kleines Plateau führte. Hier standen wir zwischen zwei Gipfeln und entschieden uns für den höheren und leichteren, den Grießkopf. Auf dem Weg nach oben sahen wir auch schon das Kaiserjochhaus.
Der Weg zum Gipfel fühlte sich ewig an. Oben angekommen standen wir an einem schlichten, aber sehr schönen Kreuz! Der Rundumblick war fantastisch und wir schauten auch über den anderen Gipfel hinweg. Wir hatten alles richtig gemacht. Der Abstieg verlief unproblematisch und sehr schnell. Wir kamen am Kaiserjochhaus an.
Nach einer ausführlichen Pause mit einem Kaiserschmarrn, machten wir uns an den Abstieg. Erst ging es über einen breiten Wiesenweg nach unten, bevor elendig viele Kehren kamen, wir einen Bachlauf queren mussten und dann auf einen verschlammten Waldweg kamen. Auch hier ging es in sehr vielen Kehren nach unten. Immer wieder gab es im Abstieg tolle Blicke in das Aufstiegstal und auf die ersten beiden Gipfel. Schön sah es aus! Jetzt sahen wir wenigstens etwas. Heute am Morgen war das leider anders.
Dann kamen wir endlich aus dem Wald heraus und erreichten die Alpe Kaisers. Auch hier machten wir noch mal eine Pause und gönnten uns jeweils eine leckere Suppe. Der restliche Weg zum Auto war schnell erledigt und eine wunderschöne Tour an einem sehr abwechslungsreichen Tag ging zu Ende.
Fazit: Neben der konditionellen Seite sollte man auf dieser Runde absolut Trittsicherheit und Schwindelfrei sein. Bei den ausgelassenen Gipfeln sollte man den UIAA II beherrschen und mit Ausgesetztheit kein Problem haben. Alles in allem eine klasse Runde! Genug zu trinken mitnehmen!
Dauer/Länge (inkl. Pausen):
10:57h /26,5km
Höchste Wegschwierigkeit :
T6
Aufstieg (Höhenmeter):
1.930m
Abstieg (Höhenmeter):
1.930m
Besonderheiten:
Teilweise Kraxelstellen UIAA I, Wetterspitze wäre II
