Ötztal Hüttentour Tag 2 – Runde 2 – über die Himmelsleiter auf die Hochstubaihütte (3175m)

Home » Ötztal Hüttentour Tag 2 – Runde 2 – über die Himmelsleiter auf die Hochstubaihütte (3175m)

Ötztal Hüttentour Tag 2 – Runde 2 – über die Himmelsleiter auf die Hochstubaihütte (3175m)

Nachdem wir das Auto geparkt hatten, die Rucksäcke umgepackt und vom Klettersteigzeug befreit hatten, ging es los. Ok, nicht so ganz. Wir riefen ein Hüttentaxi und ließen uns zu Fiegls Gasthaus fahren. Dies ersparte uns 400-500hm im Aufstieg und vor allem meinem Knie viel Stress. Dieses war noch etwas von einem Sturz vor kurzem angeschlagen. Also ging es los!

Der Weg schlängelte sich wunderbar durch Wiesen nach oben, immer wieder mit Wasserwegen durchkreuzt. Herrlich! Auch jetzt hatten wir Glück mit dem Wetter und es waren nur wenige Wolken am Himmel. Wir näherten uns einem Sattel und ich hatte die Hoffnung, dass wir danach einen ersten Blick auf die Hütte werfen konnten. Pustekuchen! Nachdem wir den Sattel erreicht hatten, ging es durch ein Steinfeld und wir standen am Seekarsee! Also nichts wie rein ging es, aber nur mit den Füßen. Leider war der See sehr steinig, so dass ich nicht weiter rein bin. Nur ein wenig die Füße gekühlt. Nach einer ausführlichen Vesperpause ging es weiter. Der Weg schlängelte sich durch Geröll, sehr gut begehbar nach oben. Nach dem passieren einer kleinen Schutzhütte öffnete sich ein riesiges Geröllfeld und der Blick auf einen zweiten, türkisfarbenen See! Sehr schöne, intensive Farbe! Er sah von oben aus wie ein Infinity Pool mit perfekten Blick auf die Bergwelt. Bei dem Gang durch das Geröllfeld war absolute Konzentration gefragt. Der Weg an sich war nicht schwer und durchweg gut markiert. Aber die Steine und Platten wackelten teilweise richtig fies. Als wir fast am Ende des Geröllfeldes waren, hörten wir einige Steine nach unten fallen. Ich drehte mich um und eine kleine Herde Gämse querte das Kar. Die kleinen waren richtig süß!

Nach dem Geröllfeld ging es in kleinen Kehren, sandiger weiter nach oben. Man schaute nur auf eine Felswand und ich fragte mich wie man hier weiterkommen soll. Kristina ging deutlich vor mir, einfach fitter und wartete an einer Stelle. Ich fragte mich noch warum, bis ich dort war. Es war ein riesiger Gletscher auf der einen Seite zu sehen und auf der anderen mein türkisfarbener Pool. Wow! Atemberaubend! Danach ging es in den Endspurt und wir erreichten die Himmelsleiter. Dies ist eine teilweise seilversicherte aus Steinen gestapelte Treppe. Oben angekommen, sahen wir endlich die Hütte! Nun ging es nur noch über Geröll und Platten in Richtung Hütte. Rechts neben uns öffneten sich immer bessere Blicke auf den Gletscher. Links oben von uns sahen wir noch ein Gipfelkreuz. An der Hütte angekommen gab es erst einmal etwas zu trinken, ja, natürlich eine Holunderschorle und wir zogen die Schuhe aus. Der Fernblick auf 3.175m, bei fast keinen Wolken, lässt sich kaum in Worte fassen.

Leider gab es auch gleich schlechte Nachrichten, nämlich, dass es kein Wasser mehr zum Duschen, Händewaschen, etc. gab. Na gut, wenn alle stinken, stinkt es sich besser. Die Wasser-Seen der Hütte waren auch nicht mehr wirklich voll. Damit sie es noch über die Saison schaffen wurden diese Maßnahmen ergriffen.

Nachdem wir uns ausgeruht hatten und unser 4er-Zimmer bezogen hatten, überlegten wir was wir die restlichen zwei Stunden bis zum Essen noch machen. Dies ist im Bericht über den Hohen Nebelkogel nachzulesen.

Gegen 18 Uhr gab es dann Abendessen. Sehr lecker! Da die Hütte auf der anderen Seite des Tals lag, gab es einen wunderschönen Sonnenuntergang. Gegen 21 Uhr lagen alle in ihren Betten und versuchten zu schlafen. Mir gelang es nicht so wirklich, da geschnarcht und gehustet worden ist. Dazu war die Hütte noch recht Hellhörig und der Hüttenwirt war lange mit Freunden auf.

Trotzdem war es eine schöne Nacht in der Höhe!

Dauer/Länge (inkl. Pausen):

3:27 h / 5,43 km

Höchste Wegschwierigkeit :

T3

Aufstieg (Höhenmeter):

1210 m

Abstieg (Höhenmeter):

20 m

Besonderheiten: