Rennen gegen den Regen – Tegelberggrat

Die Wetterprognose heute war nicht so dolle. Es sollte ab 11 Uhr eher regnerisch werden. Daher ging ich nur eine kleine Runde an.

Ich lief am Parkplatz der Tegelbergbahn los. Es war noch nichts los und auch die Bahn fuhr noch nicht. Über breite Schotterwege ging es in Richtung des Schlosses Neuschwanstein. Trotz der Wolken war die Sicht eigentlich ganz gut und ich mochte es ja eh lieber, wenn es nicht ganz so langweilig am Himmel war. Dazu kamen noch die tollen herbstlichen Farben.

Aus dem breiten Weg wurde ein schmaler Pfad, der mich durch den Wald führte. Einmal querte ich die Straße, um dann steil nach oben zu gehen. Dann wurde es wieder sanfter, bevor der kurze Schlussanstieg kam. Ich stand recht zügig an der Marienbrücke.

Und bedingt durch das Wetter und die Uhrzeit, war ich tatsächlich ganz alleine auf der Brücke! Wahnsinn! Das hatte ich bisher auch noch nicht. Nach dem üblichen Fotostop überquerte ich die Brücke und ging weiter auf dem Wanderweg.

Der Weg lief dann in angenehmen Kehren nach oben. Immer wieder gab es Aussichtsspots über die Seenlandschaft und die Schlösser. Wow! Ich war ganz alleine unterwegs und hatte nur die Natur um mich herum. Herrlich! In der Ferne sah man allerdings schon das schlechtere Wetter kommen.

Nach oben hin gab es dann ein paar felsigere Stellen, die aber gut gestuft waren. Sogar eine seilversicherte Stelle galt es zu meistern. Allerdings war das Seil hier nicht wirklich notwendig. Dann kam ich an den Abzweig zum Grat.

Ich bog nach rechts auf den unscheinbaren, schmalen Waldweg. Es ging direkt aufwärts. Zwischen Felsen hindurch erreichte ich die einzige Kaxelstelle. Zweimal fest zugepackt und ich war die rechte kleine Rinne nach oben geklettert. Man konnte die Stelle auch auf der anderen Seite umgehen.

Der Weg führte weiter aufwärts in Richtung des Tegelbergs. Er war nur selten wirklich ausgesetzt und gut zu laufen. Die Wegfindung war auch kein Problem. Ich kam gut voran, blieb aber immer wieder stehen und genoss die Aussicht.

Gerade in die Richtung des Hohen Straussbergs war es mit den herbstlichen Farben wunderschön. Dann sah ich zu meiner Linken schon die Stützpfeiler der Tegelbergbahn. Noch die letzten drei kleineren Aufschwünge und ich stand am Tegelberghaus. Auch hier war nicht viel los.

Ich überlegte kurz, ob ich noch auf den Branderschrofen gehen sollte, ließ es dann aber sein. Gerade als ich mich drinnen gesetzt hatte begann es auch zu regnen. Nach einer kurzen Pause nahm ich die Bahn nach unten.

Fazit: Der Grat gehört für mich zu den schönsten Wegen auf den Tegelberg. Er ist stellenweise etwas ausgesetzt, aber immer gut zu laufen und klar sichtbar. Die Kraxelstelle ist UIAA I und kann umgangen werden. Eine sehr schöne Runde, wenn es zeitlich mal etwas eng ist bzw. sie kann oben noch verlängert werden. Für trittsichere Kids geeignet!

Dauer/Länge (inkl. Pausen):

2:30h / 7,41km

Höchste Wegschwierigkeit :

T6

Aufstieg (Höhenmeter):

950m

Abstieg (Höhenmeter):

60m

Besonderheiten:

Link zu Komoot enthält Daten von Komoot, hier sind die genaueren Garmindaten genannt!