Top Team – Top of Allgäu – Großer Krottenkopf

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Top Team – Top of Allgäu – Großer Krottenkopf

Nachdem wir es schon lange überlegten und planten, setzen wir es jetzt in die Tat um. Gemeinsam mit zwei Kollegen, für die es die erste richtige Bergtour war, starteten wir an der Sonnalm im wunderschönen Lechtal.

Nach zwei Kehren über den Schotterweg, bogen wir auf den Weg in Richtung der Jöchelspitze ab. Dieser zog sich in schönen Kehren durch Blumenwiesen, teils recht steil nach oben. Der Ausblick ins Lechtal war herrlich und immer wieder leuchtet die Sonne wie ein Scheinwerfer auf einzelne Punkte.
Dann legte sich das Gelände etwas zurück und wir kamen an einer kleinen Hütte an. Der Ausblick war einfach nur wow! Vor uns lag jetzt ein steiler Anstieg durch eine Wiese über einen breiten Hang. Gemächlich gingen wir nach oben. Dann wurde der Weg schmaler und führte uns teilweise seilversichert auf den Rücken und das letzte Stück zum Gipfel der Jöchelspitze.
Hier angekommen machten wir eine erste Pause. Die Luft war wirklich gut und klar. Immer wieder, wenn die Sonne drückte wurde es richtig warm. In der Ferne hörten und sahen wir eine Schafherde, am Fuße der Rothornspitze. Wir setzen unseren Weg fort über den zweiten Gipfel der Jöchelspitze, der aber kreuzlos war.

Nun zog sich der Weg wunderbar entspannt weiter. Wir passierten die große Schafherde, die dies mit lautem blöken quittierte. Sie waren aber recht zutraulich. Srdjan verpasste einem Schaf ein paar Streicheleinheiten. Immer wieder pfiffen auch Murmeltiere.
Weiter ging es und so passierten wir auch den Strahlkopf. Bald darauf näherten wir uns der ersten Kraxelstelle. Kurz davor saß dann auch direkt ein Murmeltier vor uns. Süß! Wir kamen an der Stelle an und ich ging vor. Es war halb so wild, da sie komplett versichert war. Trotzdem hieß es aufzupassen, da sehr viel Geröll und Schutt drin lagen. Unten war eine Gams mit einem Jungen.
Weiter ging es durch ein Geröllfeld, herrlich am Hang entlang. Ich mag solche Strecken einfach. Bevor wir wieder über Wiesen liefen, sprang eine größere Herde an Gämsen vor uns weg.
Nun ging es ein paar Minuten durch grüne Flächen. Dann bogen wir um die Ecke und sahen den Großen Krottenkopf, unser Tagesziel das erste Mal in voller Pracht vor uns. Es war immer wieder beeindruckend dieses Massiv zu sehen. Für die Kollegen, die es noch nicht kannten noch einmal mehr, als für mich.

Etwas weiter unten konnte dann noch frisches Bergwasser aufgenommen werden. Nun hieß es auf zum Endspurt zur Scharte. Es ging es in schönen Kehren nach oben, bevor es direkt durch ein Geröllfeld ging. Hier war die Wegfindung etwas schwieriger, da nicht klar erkennbar war wo man lang musste. Nun kamen wir an die Kraxelstellen, die die Kollegen souverän meisterten.
Nachdem wir auch das letzte kleine Stück geschafft hatten, erreichten wir die Krottenkopfscharte. Wir schnauften kurz durch. Dann ging es weiter zum Gipfel. Nach einigen mühsamen, schottrigen Serpentinen, ging es in herrlicher Genusskraxelei, immer den Markierungen folgend nach oben. Das machte uns allen drei einfach nur Spaß.
Dann liefen wir über die schräge Platte kurz vor dem Gipfel und den kleinen Gipfelgrat. Der war für meine Begleiter die größte Herausforderung bis hierhin. Er war recht schmal und es ging halt ordentlich nach unten an beiden Seiten. Dann hatten wir den Gipfel erreicht und machten eine ausgiebige Pause. Die hatten wir uns auch verdient.

Da es etwas zuzog, blies ich zum Aufbruch. Sollte es regnen, wollte ich zumindest schon wieder an der Scharte sein. So ging es auf dem gleichen Weg zurück. Es war nicht weiter schwer, nur der viele Schotter war etwas fies. Insbesondere in den Serpentinen. Mit ein, zwei Rutschern, kamen wir an der Scharte an. Oben am Gipfel hatte es inzwischen zugezogen und er war nicht mehr zu sehen.
Nach einer kurzen Beratung entschieden wir uns einen leicht anderen Weg zurückzulaufen. So stiegen wir auf der anderen Seite der Scharte ab, in Richtung der Herrmann-von-Barth Hütte. Es war steil und doof schottrig. Wir kamen am Abzweig zum Bernhardstal an. Diesen nahmen wir dann auch. Es war noch eine ganze Weile steil und hatte viel Schotter auf den Weg. Dann endlich wurde es besser und wir kamen durch Bereiche, die wie eine Mondlandschaft aussahen. Dazu die massiven Felswände um uns herum.
Oben auf der anderen Seite, sah man den Weg zur Hütte am Hang entlang laufen. Wir erreichten wieder ein Stück mit mehr Wiese und schnauften durch. Weiter ging es und kurz danach begann der Weg nach unten. Steile, schottrige Kehren durch Latschen hindurch. Das war echt kein Spaß! Der Ausblick entschädigte aber etwas dafür!

Wir erreichten eine kleine Hütte, an der sich der Weg gabelte. Wir bogen auf einen nicht wirklich erkennbaren Teil nach rechts und und sahen dann doch den Wegverlauf. Diesem folgten wir dann auch. Er war aber zusehends schlechter zu erkennen und wir stellten fest, dass der eigentliche Weg oberhalb von uns verlief.
Also ging es kurz und schmerzlos steil den Hang nach oben und wir standen auf dem 437er Weg! Diesen nahmen wir in Richtung des Karjochs. Und der Weg dahin hatte es dann auch in sich. Es war sehr lang und zäh und wir merkten unsere Beine ganz gut. Nur Srdjan hatte gefühlt noch einen vollen Akku. Der Vorteil der Jugend!

Letztendlich erreichten wir aber alle das Joch und folgten den Markierungen in Richtung des Hauptweges, den wir auch schon sahen. Es ging aber noch ein Mal durch ein fieses Geröllfeld. Die beiden anderen Herren, bogen dann über ein steileres Grasstück nach unten ab. Ich nahm noch den Verbindungsweg, da er für mich knieschonender war. Dann liefen wir gemeinsam in Richtung der Jöchelspitze. Jeder in seinem Tempo.

Wir passierten wieder die Schafe und kamen an ein Wegschild, kurz vor dem ersten Hügel der Jöchelspitze. Hier entschieden wir uns nach einer kurzen Pause dazu unten herum zu gehen. Also bogen wir links ab und nach wenigen Kehren wieder nach rechts. Durch eine schöne Hochebene, Wiese hindurch und begleitet durch neugierige Blicke mehrerer Murmeltiere erreichten wir einen sehr schönen Weg, der uns am Hang entlang führte.
Der Blick auf den unter uns liegenden Alpenrosenweg war sehr schön! Ein kurzer Anstieg und es ging wieder abwärts zum Bergheumuseum. Ab hier war es nur noch ein gemütliches Auslaufen zur Sonnalm.

Da wir hier über Nacht blieben, konnten wir ganz entspannt ankommen und den Abend genießen. Eine sehr schöner Tag, mit viele tollen Momenten bei einer grandiosen Tour ging zu Ende! Mir machte es viel Spaß diese Runde mit den Kollegen gemeinsam zu gehen und sie zu führen.

Fazit: Die Tour ist sehr schön, aber sicherlich nicht für Anfänger geeignet. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit sind obligatorisch. Wenn man aber etwas häufiger in den Bergen ist, macht sie einfach Spaß und ist extrem abwechslungsreich! Genug zu trinken mitnehmen!

Dauer/Länge (inkl. Pausen):

10:02h /16,1km

Höchste Wegschwierigkeit :

T3

Aufstieg (Höhenmeter):

1.740m

Abstieg (Höhenmeter):

1.740m

Besonderheiten:

UIAA I